Deutsche rentenversicherung ahb kliniken nach bestrahlung

Wenn Sie eine onkologische Rehabilitation, d.h. Reha-Maßnahmen im Zuge einer Krebserkrankung, in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie diese offiziell beantragen. Die Kosten für den Aufenthalt in einer onkologischen Reha-Klinik, der in der Regel 3 Wochen dauert, sowie für die dortigen Therapie-Angebote werden für Sie übernommen. Verschiedene Träger (z.B. Rentenversicherung, Krankenkassen) sind für die Erbringung stationärer Leistungen zur Rehabilitation von Menschen mit Krebs zuständig und erstatten krebskranken Menschen die Kosten einer onkologischen Reha.

Der Kostenträger entscheidet im Antragsverfahren u.a. über Dauer, Umfang und Beginn der Rehabilitationsleistungen. Zusätzlich wird z.B. bei Antrag über die Rentenversicherung eine passende Rehabilitationseinrichtung ausgewählt, wobei versucht wird, Ihre möglichen Wünsche für eine bestimmte onkologische Rehaklinik zu berücksichtigen. Bei Antrag auf eine Begleitperson muss begründet sein, dass diese medizinisch notwendig ist.

Wer hat Anspruch auf eine onkologische Reha?

Die meisten Krebs-Patienten haben Anspruch auf eine onkologische Reha. Die sogenannte Anschlussrehabilitation (früher Anschlussheilbehandlung) muss – wie der Name schon sagt – mehr oder weniger im direkten Anschluss an die akut-medizinische Tumorbehandlung (= Primärbehandlung), d.h. innerhalb von zwei Wochen nach dem Klinikaufenthalt, erfolgen.

Zwei-Jahres-Frist für Reha nach Krebs nutzen

Innerhalb der ersten zwei Jahre (2-Jahres-Frist) können Menschen mit Krebs nach 12 und nach 24 Monaten eine erneute onkologische Rehabilitation erhalten, wenn die medizinischen Voraussetzungen weiterhin bestehen. Als ausschlaggebende Frist für diese zwei Wiederholungsmaßnahmen (= stationäre Nachsorge) gilt immer das Ende der Primärbehandlung. In der Regel empfiehlt sich eine erneute Reha-Beantragung drei Monate vor Ablauf der Frist, also 9 Monate nach der Primärbehandlung bzw. 21 Monate danach.

Ist eine weitere Krebsoperation oder Strahlentherapie erforderlich, weil sich Metastasen gebildet haben, beginnt bei medizinischer Notwendigkeit eine neue 2-Jahres-Frist.

Weitere Informationen finden Sie hier:

  • „Onkologische Reha – für wen?“
  • So funktioniert die Reha-Beantragung

Eine

onkologische Reha

ist dazu da, nach einer anstrengenden

Krebsbehandlung

wieder zu Kräften zu kommen. Sie hilft nicht nur dabei, körperlich zu genesen und den ersten Therapieerfolg zu stabilisieren. Die Reha erlaubt auch, sich mental-emotional mit der Erkrankung und den möglichen Folgen auseinanderzusetzen. Daher verfolgt die Onkologische Reha einen ganzheitlichen Ansatz. Sie kann ambulant und stationäre durchgeführt werden.

Finden Sie deutschlandweit Rehakliniken mit dem Schwerpunkt Onkologie, die Ihnen bei Ihrer Genesung fachkundig und kompetent zur Seite stehen. Weitere Informationen und die Kontaktdaten finden Sie in den jeweiligen Klinikprofilen.

Eine Krebserkrankung und ihre Therapie sind ein gravierender Einschnitt in den Lebensalltag. Die anschließende Behandlung und das „Leben mit Krebs“ kosten Kraft und bedeuten eine ständige Auseinandersetzung mit diesem Thema. Wie das „Leben nach dem Krebs“ aussehen kann, ist eine von vielen Fragen, die sich Betroffene und Angehörige stellen.

Den Krebs hinter sich lassen zu können und die physischen und psychischen Auswirkungen der Erkrankung zu verarbeiten sind die Ziele der Onkologischen Reha. Diese medizinische Rehabilitation schließt an die akute Krebstherapie an und führt die Behandlungen weiter. Sie soll Ihnen dabei helfen, wieder Kraft zu tanken und Erholung zu finden. Zudem soll Ihnen der Übergang in den Alltag und die Berufstätigkeit erleichtert werden (soziale und berufliche Reha). Eine Reha soll mit unterschiedlichen Maßnahmen eine frühzeitige Rente oder Pflegebedürftigkeit abwenden.

Das Leben mit und nach dem Krebs

Die Diagnose „Krebs“ steht für eine anstrengende Zeit und einen großen Kraftaufwand. Jede Krebserkrankung braucht eine individuellen Therapieplan je nach Verlauf und Art der Erkrankung. Dafür stehen einige Standardverfahren zur Verfügung, von der Chemotherapie, über Strahlentherapie bis hin zu Operationen. Da diese Eingriffe und Therapien sehr viel Kraft und Zeit kosten, brauchen Sie eine entsprechend lange Zeit zur Wiedergewinnung ihrer Kräfte.

Hier setzt die Onkologische Reha an, die Ihnen nicht nur dabei hilft, körperlich wieder zu genesen und den ersten Therapieerfolg zu stabilisieren. Die Reha bietet Ihnen auch einen Rahmen dafür, sich mental-emotional mit Ihrer Erkrankung und den möglichen Folgen auseinanderzusetzen. So wird Ihnen die Phase zwischen Klinik und Alltag etwas erleichtert.

Wer hat Anspruch auf eine Onkologische Reha?

Nach der ersten Behandlung Ihrer Krebserkrankung sind Ihr behandelnder Arzt und der Kliniksozialdienst Ihre Ansprechpartner zum Thema Reha. Nach einer Operation oder Chemotherapie haben Sie die Möglichkeit einer Anschlussheilbehandlung nach dem Klinikaufenthalt.

Damit Sie eine Onkologische Reha in Anspruch nehmen können, müssen die folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Die akute Erstbehandlung ist abgeschlossen.
  • Es gibt eine positive Prognose darüber, dass die Onkologische Reha Ihre körperlichen, seelischen, sozialen und/oder beruflichen Krankheitsfolgen verbessern wird.
  • Sie sind körperlich ausreichend belastbar, um die Reha antreten zu können.

Art und Zeitpunkt der Reha

Bei der onkologischen Reha unterscheidet man zwischen zwei Zeitpunkten. Entweder kann die Reha direkt an die medizinische Krebsbehandlung angeschlossen werden. Man spricht in diesem Fall von einer Anschlussrehabilitation (AHB). Sie wird innerhalb von zwei Wochen nach der abgeschlossenen Erstbehandlung begonnen.

Es besteht außerdem die Möglichkeit, bis zum Ablauf eines Jahres nach Ende der Primärbehandlung eine onkologische Rehabilitation in Anspruch zu nehmen. Bei besonders schweren Funktionsstörung kann diese sogar bis zu zwei Jahre nach der Primärbehandlung begonnen werden. Im Zeitraum der ersten zwei Jahre kann der/die Patient:in außerdem eine zweite Reha-Maßnahme beantragen, wenn erhebliche Funktionsstörungen vorliegen und die körperlichen, sozialen, seelischen oder beruflichen Einschränkungen, die durch die Erkrankung entstanden sind, durch eine weitere Behandlung positiv zu beeinflussen sind.  

Was leistet eine Onkologische Reha?

Eine Onkologische Reha soll die Wirkung der ersten, akuten Therapie der Krebserkrankung festigen und unterstützen. Da die Krebserkrankung und ihre Behandlung Sie als ganzen Menschen gefordert hat, verfolgt die Onkologische Reha auch einen ganzheitlichen Ansatz. Körperliche Nachwirkungen und Bewegungseinschränkungen, Schmerzen und Ängste sollen gemildert werden. Dies alles hat Ihre Genesung und Lebensqualität, aber auch Selbständigkeit und zukünftige Erwerbsfähigkeit im Blick.

Sie werden dafür im physischen und psychischen Bereich unterstützt mit

  • Ergo- und Physiotherapie,
  • Bewegungstherapie,
  • Schmerztherapie,
  • ergänzender Beratung zu Ernährung und dem zukünftigen Alltag,
  • psychoonkologischer Hilfen und Krisenintervention und
  • Erkennung und Behandlung von Folgestörungen der Krebserkrankung.

In einigen Kliniken werden auch spezifische Zusatzbehandlungen wie beispielsweise Lymphdrainagen nach einer Brustkrebserkrankung oder Schlucktherapie bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich angeboten. Wenn aufgrund des Krankheitsbildes Bedarf für eine solche Behandlung besteht, sollte dies bei der Auswahl der Rehaklinik berücksichtigt werden.

Die Reha kann stationär, teilstationär oder ambulant durchgeführt werden. Je nachdem, wie es Ihr körperlicher Zustand erlaubt und welche Reha-Angebote es in Ihrer Nähe gibt, kommen verschiedene Rehamodelle für Sie in Frage. Als Patient:in verfügen Sie über das sogenannte Wunsch- und Wahlrecht, welches Ihnen die freie Wahl einer Rehaklinik erlaubt, solange diese sich nachweislich für die Erkrankung eignet, nach den gesetzlich geltenden Qualitätsstandards zertifiziert ist und ein Belegungsvetrag zwischen Klinik und Kostenträger besteht.

Spezialisierte Rehakliniken bieten sämtliche Maßnahmen zur Therapie bzw. Nachsorge bei Krebsbehandlungen an und sollten deshalb immer gegenüber anderen Reha-Angeboten vorgezogen werden. In Deutschland gibt es viele Kliniken mit diesem Schwerpunkt, die man über Klinikverzeichnisse oder den Sozialdienst der Krankenhäuser finden kann.

Wie lange dauert der Aufenthalt in der onkologischen Reha?

In der Regel dauert die onkologische Reha drei Wochen. Je nach Bedarf kann der Aufenthalt auch verkürzt oder verlängert werden. Für eine Verlängerung muss ein gesonderter Antrag eingereicht werden. Der Antrag beinhaltet ein Gutachten des/der behandelnden Arztes/Ärztin, aus dem die medizinische Notwendigkeit hervorgeht.

Wie wird der Antrag auf onkologische Reha gestellt?

Der Antrag für eine Anschlussrehabilitation wird üblicherweise gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen gestellt. Findet die Rehabilitation nicht direkt im Anschluss an die Primärbehandlung statt oder handelt es sich um eine wiederholte Reha-Maßnahme, muss der Antrag alleine gestellt werden. Die Formulare dafür gibt es bei der Rentenversicherung, Krankenkassen oder Auskunfts- und Beratungsstellen. Der/die Patient:in ist dafür verantwortlich, einen ärztlichen Befundbericht einzuholen, aus dem hervorgeht wie der Gesundheitszustand des/der Patient:in ist und welche Nebenerkrankungen und Einschränkungen bestehen. Dieser Bericht muss dem Antrag beigefügt werden.

Auch zusätzliche Leistungen können beantragt werden. Wenn es der Gesundheitszustand zulässt, können in manchen Einrichtung bei Bedarf auch Kinder mitgebracht werden. Es gibt außerdem eine Möglichkeit auf finanzielle Unterstützung, um eine Kinderbetreuung während der Reha bezahlen zu können.

Wer übernimmt die Kosten der Reha?

Krankenkassen und Rentenversicherung übernehmen die Kosten einer Onkologischen Reha. Welcher Kostenträger für den Einzelfall verantwortlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab.

  • Bei Angestellten und Arbeitnehmern ist bei einer positiven Erwerbsprognose die Deutsche Rentenversicherung leistungspflichtig.
  • Bei Rentnern ist es in der Regel die Gesetzliche Krankenversicherung.

Für Sie spielt es keine Rolle, an welchen Träger Sie sich zunächst wenden, denn der Antrag wird an den jeweils zuständigen Träger weitergereicht. Die Leistungsträger vereinbaren unter sich die Zuständigkeiten im Einzelfall – doch erst nach Antragseingang.

Die Kosten richten sich nach der Art der Reha und Ihrem Versicherungsstatus. Bei einer stationären Rehabilitation werden derzeit pro Kalendertag 10 Euro Zuzahlung für den Patienten berechnet – längstens 42 Tage im Kalenderjahr. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Reha über die Renten- oder Krankenversicherung organisiert wird. Bei einer Anschlussrehabilitation ist ebenfalls ein Eigenanteil fällig. Bei der Krankenversicherung muss eine Zuzahlung bis zu 28 Tage geleistet werden, bei der Rentenversicherung bis zu 14 Tagen. Berücksichtigt werden allerdings sämtliche Zuzahlungen, die Sie für die Behandlung im Krankenhaus oder einer anderen Rehaklinik bereits geleistet haben. Die Kosten entfallen ganz, wenn die Betroffenen noch nicht volljährig sind oder Übergangsgeld erhalten haben. Weiterhin bestimmt das regelmäßige Einkommen über die Zuzahlungsbefreiung.

Welche Möglichkeiten haben Patient:innen nach der Reha?

Um nach der Reha weiterführende Hilfe für den Alltag zu bekommen, können Betroffene sich an die Sozialdienste wenden. Diese können beispielsweise bei der Beantragung von Pflege- oder Wohngeld oder der Organisation eines Schwerbehindertenausweises helfen.
Die Rentenversicherung bietet außerdem eine umfassende Reha-Nachsorge an. Der/die Patient:in kann psychische Unterstützung, Bewegungsangebote oder Beratungen in Anspruch nehmen. Über Art und Umfang der Maßnahmen wird anhand des jeweiligen Bedarfs entschieden.

Fazit

Wer nach der Erstbehandlung das Gefühl hat, schnell wieder in den Alltag zurückkehren zu können, kann dennoch von einer Onkologischen Reha profitieren. Die teils intensiven Therapien zehren an den Kräften und das Leben nach dem Krebs gestaltet sich einfacher, wenn Sie ein Netzwerk von medizinischen Experten und anderen Betroffenen an Ihrer Seite wissen.

Deshalb sollten sich Patient:innen ausreichend Zeit für die Genesung nehmen und auch nach der klinischen Behandlung weiter mit Expert:innen zusammenarbeiten, um ein Höchstmaß an körperlichen, emotionalen, kognitiven, sozialen und psychomotorischen Kompetenzen zu erlangen. Dies gilt auch für Betroffene, bei denen der Krebs schnell diagnostiziert und therapiert werden konnte.

Zuletzt geändert am: 18.08.2021

Beitrag jetzt teilenE-MailTwitterFacebookWhatsapp

Autor

Was macht die Deutsche Rentenversicherung?

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bund ist nicht nur Kostenträger für Rehabilitationsmaßnahmen sondern betreibt bundesweit auch eigene Reha-Zentren. Viele der Rehakliniken stehen den Patient:innen sowohl für einen stationären Aufenthalt als auch für eine ambulante Reha zur Verfügung.

Ist die Deutsche Rentenversicherung ein Leistungserbringer?

Bundesweit ist die Deutsche Rentenversicherung nicht nur Leistungserbringer, sondern auch verlässlicher Partner und wichtiger Arbeitgeber in der jeweiligen Region.

Wie lange dauert ein Wechsel in die AHB?

Bei Einleitung einer AHB muss der Wechsel in die AHB -Einrichtung unmittelbar, das heißt, innerhalb von 14 Tagen, nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgen.

Was muss ich bei einer ambulanten Rehabilitation beachten?

Im Krankenhaus muss geprüft werden, ob die Hauptdiagnose der Patienten im Indikationskatalog aufgeführt und eine stationäre oder ganztägig ambulante Rehabilitation in einer von der Deutschen Rentenversicherung anerkannten Einrichtung erforderlich ist.

Wie schnell AHB?

Anschlussrehabilitationen können sowohl stationär als auch ganztägig ambulant durchgeführt werden und dauern in der Regel 3 Wochen. Sie können verkürzt oder verlängert werden. Die AHB beinhaltet Diagnostik, Aufklärung und Information zu der jeweiligen Erkrankung und den beeinträchtigten Funktionen.

Wer zahlt die Reha nach OP?

Nicht nur die Deutsche Rentenversicherung zahlt AHB , auch die gesetzlichen Krankenkassen. Ist das Ziel die Wiederherstellung der Aktivitäten des Alltags, ist die gesetzliche Kasse zuständig. Steht die Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit im Mittelpunkt, ist die Deutsche Rentenversicherung der zuständige Kostenträger.